Waldspaziergang mit dem Förster Blümel - DAV Gangkofen

Wandern

Waldspaziergang mit dem Förster Blümel

Rund 40 Erwachsene und einige Kinder hatten sich am Muttertag am Treffpunkt in Aham  für einen Waldspaziergang eingefunden.

Eingeladen hatten die Bund Naturschutzortsgruppe Vilsbiburg, die VHS und die Alpenvereinssektion Gangkofen. Der Revierförster Franz Blümel führte die Teilnehmer auf einem Rundgang bergauf und bergab durch das Haagholz und erklärte anschaulich und sachkundig die Besonderheiten in diesem Wald.

Es gibt auch einige Bodendenkmäler im Wald verstreut, nämlich drei Hügelgräber aus der Bronzezeit und ein Ringwall. Den Außenwall eines Burgstalls aus dem Mittelalter konnte man erklimmen und sich vorstellen wie sich unsere Vorfahren mit ihrem Vieh vor Feinden in Sicherheit brachten oder auch verteidigten.

Das Haagholz ist 11,3 Hektar groß und eines der wertvollsten Waldgebiete im gesamten Landkreis Landshut. Es war jahrhundertelang in Adelsbesitz, ging aber auf Vermittlung der Naturschutzbehörden vor einigen Jahren in den Besitz des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) über. Die adeligen Vorbesitzer waren nicht auf eine wirtschaftliche Nutzung des Holzes angewiesen und so entstand ein Mischwald mit uralten Bäumen, der für die übrige Pflanzen- und Tierwelt von so großer Bedeutung ist. Das Anliegen des LBV ist es, diesen Wald möglichst naturnah sich selbst zu überlassen. Intensive Beratungen mit dem Revierförster Franz Blümel standen am Anfang der Entwicklung des Konzepts, das der LBV für diesen Waldbereich ausgearbeitet hat. Auch eine Einzäunung war nötig, um vor Wildverbiss zu schützen und eine artenreiche Verjüngung zu ermöglichen. Fichten mit Borkenkäferbefall müssen aus dem Wald entfernt oder entrindet werden.

Umgefallene Laubbäume, die dem Sturm oder einfach dem Alter zum Opfer gefallen sind, bleiben liegen. Dieses sogenannte Totholz bietet wichtige Lebensräume für Klein- und Kleinstlebewesen. Es wurden mehr als 200 Pilzarten in diesem doch relativ kleinen Waldstück wissenschaftlich aufgenommen. Außerdem gibt es mehr als 90 Vogelarten, darunter auch seltene wie die Hohltaube und den Grauspecht. Der Förster zeigte verschiedene Zunderschwämme und machte die Wanderer auf Spechthöhlen aufmerksam. An mitgebrachten Spechtpräparaten konnte man den kräftigen Schnabel und Stützschwanz genau anschauen, die diese hübschen Vögel für ihre Lebensweise am und im Baum brauchen. Verlassene Spechthöhlen werden oft von anderen Vögeln, Fledermäusen oder auch Baummardern weiter benutzt.

Der Wald weist mehrere Bereiche auf mit unterschiedlichen Hanglagen, Bodenbeschaffenheiten und Feuchtigkeitssituationen und bietet so verschiedene Standorte für unterschiedliche Waldtypen. So wanderte die Gruppe aus dem Buchenwald über trockene Kiefernstandorte zu einem uralten Eichenwaldstück und schließlich an Hangquellen entlang, wo man leicht im Morast versinken könnte. Die Kindergruppe fand auf einer Schnitzeljagd zu einem Kiesbuckel mit Fuchs- und Dachshöhlen. Schließlich suchte ein Teil der Gruppe noch den dicksten Baum des Landkreises. Mit fünf Metern Brusthöhenumfang ist diese Esche ein wahres Prachtexemplar.

Dieser Wald bietet dem Spaziergänger Sinneseindrücke wie in einem Urwald, für Pflanzen und Tiere ist er eines der seltenen Refugien in denen sie sich entwickeln dürfen ohne von menschlichen Nutzungseingriffen gestört zu werden.

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