Spaltenbergungskurs am Großvenediger - DAV Gangkofen

Hochtouren

Spaltenbergungskurs am Großvenediger

Tag 1:

Nach zwei wetterbedingt gescheiterten Anläufen ging es am 30. August 2021 endlich los Richtung Großvendiger. Am Parkplatz Hopffeldboden angekommen ging es um 10 Uhr los mit dem Hüttentaxi in Richtung Materialseilbahn. Aufgrund der starken Niederschläge zwei Wochen zuvor hat uns das Taxi bereits eine „zum-warm-werden-Wanderung“ früher abgesetzt.

vl. Klaus (FÜ), Astrid, Franz, Andreas, Sebastian, Max (Tourenleiter), Josef, Klaus, Petra, Christian und nochmal Christian

Für unsere Gruppe, bestehend aus elf Wanderern, gemischt aus kompletten Hochtouren Neulinge und erfahrenen alten Hochtour-Hasen, ging es nach einem kurzen Gruppenfoto nun immer weiter in Richtung Kürsinger Hütte (2558 m ü. A.). Während unseres Aufstieges erklärte uns unser Tourenführer Max das Einmaleins des Gletschers. Für uns war erschreckend zu erkennen, wie schnell der Gletscher am Großvenediger in den letzten Jahrzenten zurückgegangen ist.

Knotenkunde oberhalb der Kürsinger Hütte

Nach Ankunft an der Hütte, einchecken mit der 3-G-Regel und beziehen der Lager, stärken wir uns noch kurz bei Kuchen und warmer Suppe auf der Terrasse. Dann ging es auch schon los zum nahegelegenen Felsen hinter der Hütte zur Trockenübung der Spaltenbergung. Vom Knüpfen der verschiedenen Seile (Prusik, Bandschlinge, etc.) bis hin zum Ablauf der Spaltenbergung haben uns Max und Klaus alles genau erklärt.

Klaus erklärt den Aufbau eines Express-Flaschenzugs

Nun waren wir gefragt und haben in dreier Gruppen fleißig die Bergung am Felsen geübt, was sich mal mehr und mal weniger einfach herausgestellt hat.

Trockenübung an einer steilen Felsplatte

Abends haben wir uns dann alle auf das sehr gute Essen (wohlgemerkt 3-Gänge!!!) in der Kürsinger Hütte gefreut. Gut gestärkt schmiedeten wir Pläne für den nächsten Tag, wo es eigentlich auf den Gletscher gehen sollte. Die unstabile Wetterlage machten die Entscheidung für Max und Klaus nicht leicht…

 

2.Tag 

Am Samstag war aufgrund der schlechten Wetterprognose der geplante Aufstieg zum Gipfel nicht möglich, so hatten wir jedoch Zeit das gelernte vom Freitag in die Praxis umzusetzen. 

Den Regenschirm hätt da Franz gar ned braucht

 Wir starteten nach dem Frühstück um 7:30 in Richtung Gletscher. Auf einem Schneefeld unterhalb des Gletschers konnten wir dann die Spaltenbergung üben.  

Sehr realistisch konnte an einer Schneewechte die Spaltenbergung geübt werden

Im Schnee setzten wir einen T-Anker, an dem die Seilschaft den verunfallten mittels Flaschenzugs bergen konnte. Mithilfe einer Micro-Traxion konnten wir die Bergung eines Bewusstlosen durchführen. 

Übungen im Schnee, im Hintergrund der Großvenediger

 Nachdem alle mit den Knoten und Techniken der Spaltenbergung vertraut waren starteten wir auf den Gletscher, hier konnten wir uns an im Gehen mit Steigeisen und Pickel üben. 

Anseilen und gehen der 3er und 4er- Seilschaften auf dem Gletscher

Beim Rückweg auf die Hütte konnten wir dann noch einen Steinbock beobachten. Wir waren gerade noch vor dem aufziehenden Gewitter zurück in der Hütte. Max konnte uns auch hier wieder viel übers Bergwetter erklären und auch zeigen.  

Ein Steinbock beobachtete uns

Zum Beispiel wurden die vormittags noch kleinen Wasserläufe entlang des Weges am Nachmittag schon zu echten Hindernissen auf dem Rückweg. 

Mehr als verdoppelt hatte sich die Wassermenge während der Übung

In der Hütte angekommen konnten wir das gelernte noch bei bestem Essen und Bier Revue passieren lassen.

 

3.Tag 

Am Sonntag dann machten wir uns auf den Rückweg, nachdem es um halb 9 endlich zu regnen aufgehört hatte. Zum Abschluss kehrten wir dann noch im Gasthaus Siggen zum Mittagessen ein. 

Nach einem heftigen Schauer ging es zurück ins Tal

Wir hatten ein super Wochenende und konnten von den Ausbildern Max, Klaus und Petra viel lernen. Leider hat das Wetter für den Aufstieg auf den Großvenediger nicht ganz mitgespielt, wobei wir dadurch viel Zeit hatten für die Firnausbildung. Alle konnten viel mitnehmen von der Erfahrung und den vielen Erklärungen vom Max.  

Vielen Dank dafür!!! 

 

Bericht: Astrid und Andreas

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